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FCI Gruppe 2 ( FCI - Anerkennung 1996 )
Der Cane Corso ist ein mittelgroßer Hund, kräftig gebaut, aber trotzdem elegant mit auffallender Bemusterung. Er vermittelt den Eindruck von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Der Körperbau ist der eines mesomorphen Tieres, dessen Körperlänge über seine Wiederristhöhe hinausgeht. Er ist harmonisch in Bezug auf seine Größe und Gestalt.
Die Länge des Rumpfes soll 10 % mehr als die Widerristhöhe betragen. Die Länge des Fanges soll 1/3 der Gesamtlänge des Kopfes betragen. Der Brustkorb beginnt in halber Wiederristhöhe und reicht bis zu den Ellbogen.
Kopf und Hals
 
Der Cane Corso ist ein brachyzephaler (kurzköpfiger) Typ. Die Schädel- und Fanglinien sind leicht zusammenlaufend. Der Schädelumfang, gemessen über dem Jochbein, beträgt mehr als die zweifache Kopflänge, sogar bei Hündinnen. Der Schädel ist leicht gewölbt mit hervortretenden Jochbeinbogen. Die Haut ist fest und mit den darunterliegenden Gewebe verbunden, glatt und dehnbar.
Der Oberkopf ist von vorne gesehen breit und leicht gewölbt, im Profil macht er eine ungleichförmige Kurve und zwar betont im unteren Bereich der Stirn und flach an der Schädelnaht.Wegen der stark hervortretenden Jochbeinbogen und der beachtlichen Muskulatur, erscheint der Schädel von oben quadratisch. Das Stirnbein ist gut entwickelt und gestreckt, mit tiefer hohler Stirn und sichtbarer Mittelfurche. Das Hinterhauptbein ist nicht sehr betont, eine leichte Grube über den Augenhöhlen.
Der Stirnabsatz (Stop) ist wegen des gut entwickelten Stirnbeins und der betonten Augenbraunenbogen sehr markant.
Gesichtsregion
Der Nasenschwamm liegt in der Verlängerung des Nasenrückens. Im Profil soll er über das durch die Lefzen gebildete Fangende nicht hinausgehen. Von vorne gesehen befindet er sich jedoch auf der vom Fangende bildenden, senkrechten Linie. Der Nasenschwamm soll groß, ziemlich flach, feucht und kalt sein und weitgeöffnete, bewegliche Nasenlöcher haben. Schwarze oder blaue Pigmentierung (entsprechend Farbenschlag).
Der Fang ist sehr breit und tief. Die Fangbreite entspricht der Fanglänge, welche 34% der gesamten Kopflänge beträgt. Die Fangtiefe beträgt mehr als 50% der Fanglänge. Aus der parallelen Seitenansicht des Fanges und der Fülle und der Weite des Kiefers ergibt sich ein flacher, quatratischer Fang.
Der Nasenrücken ist im Profil gerade und ziemlich flach. Die untere seitliche Fanglinie wird durch die Oberlippen gebildet, der Bereich unter den Augenhöhlen ist wie fein gemeiselt.
Die Lefzen sind ziemlich fest. Von vorne gesehen formt die Oberlippe ein umgekehrtes U an ihrer Verbindungslinie. Im Profil hängt die Oberlippe leicht. Der Maulwinkel ist deutlich ausgeprägt und zeigt immer den tiefstliegenden Punkt der unteren Profillinie des Fanges. Schwarz oder blau pigmentiert (entsprechend Farbenschlag).
Der Kiefer ist sehr breit, kräftig und stark. Der Oberkiefer ist ganz leicht kürzer (Vorbiß). Die Seiten des Unterkiefers sind sehr stark und von der Seite gesehen leicht gewölbt, nach vorne ist der Unterkiefer gut betont und zeigt ein gut markiertes Kinn. Die Schneidezähne sind fest in einer Linie eingesetzt. Die Kaumuskeln sind deutlich, aber nicht übermäßig.
Die Zähne sind weiß, groß und vollzählig. Die Schneidezähne im Unterkiefer greifen ganz leicht ( ca.0,5 - 1cm ) über jene des Oberkiefers, so daß der Hund einen leichten Vorbiß hat.
Die Augen verglichen mit der Größe des Hundes sind von mittlerer Größe und gut eingesetzt unterhalb der Stirnpartie. Das Augenlied ist fast oval, fest anliegend und dunkel pigmentiert. Der Augapfel tritt hervor. Die Bindehaut darf man nicht sehen. Das dritte Augenlied ist stark pigmentiert.Passend zu der Fellfarbe sollte die Iris so dunkel wie möglich sein. Intelligenter und aufmerksamer Ausdruck.
Die Ohren sind von mittlerer Größe und in Relation zum Kopfvolumen und der Größe des Hundes.
Bedeckt von kurzem Haar, dreieckig, mit stark betontem Scheitelpunkt und dickem Knorpel. Hoch und weit über den Jochbögen angesetzt, breit am Ansatz hängend, an den Wangen anliegend und in der Länge nicht über den Halsansatz hiausgehend. Bei Aufmerksamkeit werden die Ohren gehoben. Gewöhnlich werden sie zu einem gleichschenkeligen Dreieck kupiert (in Deutschland verboten).
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Die obere Halslinie ist leicht gebogen. Die Form ist oval, stark, sehr muskulös, mit einer betonten Trennungslinie am Nacken. Der Umfang, gemessen auf halber Halslänge, entspricht ungefähr 80% der Widerristhöhe. In Harmonie mit Widerrist, Schulter und Brustkorb hat der Hals seine ideale Position bei 45° gemessen vom Boden und im direkten Winkel zur Schulter.
Körper und Vorderhand
Der Körper ist kompakt, kräftig und sehr muskulös. Seine Länge beträgt 10% mehr als die Widerristhöhe. Der Widerrist tritt aus der Rückenlinie hervor, ist höher als die Kruppe, lang, breit, trocken und in Harmonie mit Hals und Rücken.
Der Rücken ist gerade mit einer leichten Lendenwölbung. Er ist breit, muskulös wie die ganze obere Linie, von hinten nach vorne leicht ansteigend und strikt gerade im Profil.
Die Lendenpartie muß kurz, breit, sehr muskulös und fest sein, von der Seite gesehen leicht konvex. Guter Übergang zum Rücken und zur Kruppe.
Die Kruppe soll lang, breit und rund sein mit sichtbar gut entwickelten Muskeln. Die Neigung in der Horizontalen beträgt 28-30°, wenn man die Linie zwischen Darmbein und Sitzbein verbindet, oder 15-16° wenn man die Linie zwischen Hüftknochen und Rutenansatz verbindet. Die Kruppe ist deshalb leicht abfallend.
Die Brust ist breit, großräumig, mit gut entwickelter Muskulatur. Die Brustbeinspitze befindet sich auf gleicher Höhe mit der Schultergelenkspitze. Von der Seite betrachtet wölbt sich die Brust zwischen den Vorderläufen nach vorne und ist leicht konvex.
Der Brustkorb muß in den drei Richtungen gut entwickelt sein und lange, gebogene, breite und gut angelegte Rippen mit weiten Zwischenräumen haben. Die vier falschen Rippen sind lang, gebogen und offen. Der Brustkorb reicht bis zu den Ellbogen, seine Höhe entspricht der halben Widerristhöhe.
Die Unterlinie des Brustkorbes zeigt im Profil einen weitgespannten Halbkreis, der zum Bauch hin ganz sanft ansteigt. Die Bauchpartie ist weder eingefallen noch schwach und macht im Profil zu den Lenden hin eine sanfte Kurve. Die Flanken sind nicht sehr betont.
Die Rute ist ziemlich hoch angesetzt, dick am Ansatz und sich leicht verjüngend zum Ende hin. Sie sollte nicht zu weit über die Sprunggelenke hinausreichen. In Ruhestellung hängend, ansonsten waagerecht oder etwas höher als der Rücken getragen. Darf niemals aufrecht oder über den Rücken gerollt getragen werden. Wird beim vierten Schwanzwirbel kupiert (in Deutschland verboten).
Die Schultern sollen lang, schräg gelagert, stark und mit langen Muskeln bepackt sein. Schaut man auf die Mittellinie des Körpers, so stehen die Enden der Schulterplätter leicht auseinander.
Der Oberarm ist etwas länger als die Schulter, stark mit sehr gut entwickelten Knochen und Muskeln, zu 2/3 gut verbunden mit dem Rumpf.
Die mit loser Haut bedeckten Ellbogen sollen nicht zu eng am Brustkorb anliegen und müssen wie die Oberarmknochen parallel zur Mittellinie des Körpers liegen. Die Spitze des Ellbogens befindet sich unterhalb einer Senkrechten, welche von der nach hinten gerichteten Schulterblattecke zum Boden herabführt.
Der Unterarm soll gerade, insbesondere im oberen Drittel mit entsprechender Muskulatur versehen sein und eine sehr starke und kompackte Knochenstruktur haben. Die Furche zwischen Ellbogengelenk und Vorderfußgelenk ist ausgeprägt.
Das Fußwurzelgelenk bildet von vorne gesehen die verlängerte, senkrechte Linie des Unterarmes, sie ist trocken, breit, dick und beweglich. Auf der Rückseite des Gelenks erhebt sich das sogenannte Erbsenbein.
Der Vordermittelfuß ist schmäler als der Unterarm, sehr kräftig, trocken, leicht schräg (er bildet mit demBoden einen Winkel von ungefähr 75°). Seine Länge soll nicht mehr als 1/6 der ganzen Länge des Unterarms bis zum Ellbogen betragen. Von vorne gesehen stellt er die Fortsetzung der senkrechten Linie des Unterarms und der Fußwurzel dar.
Die Vorderpfoten sind rund, mit gut geschlossenen und gewölbten Zehen ( Katzenpfoten ). Die Ballen trocken und hart, die Nägel stark, gebogen und pigmentiert. Gute Pigmentierung auch in den Ballen und Afterkrallen.
Hinterhand
Sie ist senkrecht, sowohl von vorne wie von der Seite gesehen, gut proportioniert, stark, kräftig, passend zur Größe des Hundes.
Die Oberschenkel sind lang und breit, mit plastischer Bemuskelung. Die Oberschenkelknochen Achse hat eine Neigung von 70° zur Horizontalen und bildet von hinten nach vorne mit der Hüfte etwas mehr als einen rechten Winkel.
Die Unterschenkel sind lang, trocken, stark knochig und muskulös. Die längs verlaufende Furche zwischen Schienen und Wadenbein soll deutlich erkennbar sein. Die Neigung zur Horizontalen beträgt von oben nach unten und von vorne nach hinten etwa 50°.
Der Winkel des Kniegelenks beträgt etwa 120°. Er liegt parallel zur Mittellinie des Körpers.
Das Sprunggelenk ist breit, kräftig, trocken, mit guten Knochen. Der Abstand vom Sprunggelenk bis zur Ballensohle sollte nicht mehr als 26% der Widerristhöhe betragen. Der Winkel, bebildet von Schinbein und Mittelfuß, beträgt etwa 140°.
Der Hintermittelfuß ist sehr kräftig, trocken, ziemlich kurz, zylindrich und von der Seite und von hinten gesehen genau senkrecht stehend. Keine Afterkrallen.
Die Hinterpfoten sind etwas ovaler als die Vorderpfoten und haben weniger gewölbte Zehen.
Das Gangwek wird von langen Schritt oder ausgreifenden Trab bestimmt, seltener Galopp.
Die Haut ist ziemlich dick, fest verbunden mit dem darunterliegenden Bindegewebe (keine lose Haut wie beim Mastino Napoletano). Der Hals zeigt kaum Wamme. Der Kopf darf keine Falten haben. Die Schleimhäute sind dunkel pigmentiert.
Das Fell ist kurz mit nicht zu weichen Haar, glänzend, anliegend, sehr dicht mit einer leichten Unterwolle, die im Winter dicker wird, aber niemals das Deckhaar überwachsen darf. Die durchschnittliche Länge beträgt 2-2,5 cm. Auf den Schultern, der Kruppe, an den Schenkeln und der Rute erreicht es etwa 3 cm, ohne Fransen zu bilden. Am Fang ist das Haar sehr kurz, weich, anliegend und nicht mehr als 1-1,5 cm.
Die Farbenschläge sind schwarz, braun, grau, falb (mit unterschiedlicher Farbtiefe), gestromt. Gestromte haben deutliche Streifen auf braunem oder grauen Untergrund. Bei dem braunen, falben und gestromten Exemplaren befindet sich eine schwarze Maske auf dem Fang (falbe auch mit blauer Maske). Sie sollte nur bis unter die Augen reichen. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust, den Zehenspitzen und dem Nasenrücken ist erlaubt.
Die Wiederristhöhe beträgt für Rüden 64 - 68 cm, für Hündinnen 60 - 64 cm, mit einer Toleranz von 2 cm.
Das Gewicht beträgt für Rüden 45 - 50 kg, für Hündinnen 40 - 45 kg.
Fehler
Jede Abweichung von den vorangegangenen Punkten ist ein Fehler, dessen Bewertung in angemessenen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Schwerwiegende Fehler
Kopf: Schädel- und Fanglinien betont parallel oder stark zusammenlaufend, Scheerengebiß, stark ausgeprägter und behindernder Vorbiß.
Nase: Teilweise Depigmentierung
Rute: Senkrecht oder geringelt getragen
Größe: Über- und Untergröße
Gangwerk: Anhaltender Paßgang
Disqualifizierende Fehler
Kopf: Schädel- und Fanglinien auseinanderlaufend, Rückbiß, Nasenrücken konkav oder römisch (Ramsnase).
Nase: Völlig depigmentierter Nasenschwamm
Augen: Ein- oder zweiseitig depigmentierte Lidränder, Klasauge, schielen
Geschlechtsorgane: Monorchismus, Kryptorchysmus, unvollständig entwickelte Hoden
Rute: Angeborene Schwanzlosigkeit und Stummelschwänzigkeit
Fell: Halblang oder fransig
Farben: alle nichtbeschriebenen Farben, zu große weiße Abzeichen
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